Fit für die Zukunft

Die Agenturen für Arbeit fördern ab 2019 noch mehr die berufliche Weiterbildung beschäftigter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Betrieb.

 

Digitalisierung und demographischer Wandel beschleunigen die Veränderungen am Arbeitsmarkt und machen zunehmend qualifikatorische Anpassungen bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern erforderlich.

Mit dem Gesetz zur Stärkung der Chancen für Qualifizierung und für mehr Schutz in der Arbeitslosenversicherung (Qualifizierungschancengesetz) wird die berufliche Weiterbildungsförderung für Beschäftigte, deren berufliche Tätigkeiten durch Technologien ersetzt werden können oder die in sonstiger Weise vom Strukturwandel bedroht werden oder die eine Weiterbildung in einem Engpassberuf anstreben, ausgebaut.

Das Gesetz schafft für Beschäftigte einen erweiterten Zugang zur Weiterbildungsförderung unabhängig von Ausbildung, Lebensalter und Betriebsgröße.

Art und Umfang der Weiterbildungsförderung für Beschäftigte orientieren sich maßgeblich an der Betriebsgröße:

  • Beschäftigte in Kleinstunternehmen sowie ältere und schwerbehinderte Beschäftigte in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU, 10-249 Beschäftigte) erhalten Lehrgangskosten bis zu 100 %.
  • Die übrigen Beschäftigte in KMU erhalten bis zu 50 %,
  • Beschäftigte in Unternehmen mit weniger als 2.500 Beschäftigten erhalten bis zu 25 % und Beschäftigte in größeren Unternehmen bis zu 20 % der Lehrgangskosten (bei Vorliegen einer entsprechenden Betriebsvereinbarung oder eines entsprechenden Tarifvertrages, andernfalls bis zu 15 % der Lehrgangskosten).

Arbeitgeber müssen den jeweiligen Rest der Lehrgangskosten übernehmen.

Die Förderung mit Arbeitsentgeltzuschüssen (AEZ) wird ausgeweitet, sie kann ab sofort auch im Zusammenhang mit nicht abschlussorientierter Weiterbildung erfolgen. Die AEZ-Förderung wird nach Betriebsgröße gestaffelt:

  • Kleinstbetriebe erhalten bis zu 75 %,
  • KMU bis zu 50 % und
  • größere Betriebe bis zu 25 %.

Die Förderung geringqualifizierter Beschäftigter bei Teilnahme an Weiterbildungen, die zu einem Berufsabschluss führen, bleibt unverändert. Lehrgangskosten können weiterhin in voller Höhe übernommen werden; eine AEZ-Förderung ist bis zu 100 % möglich.

Der Gesetzgeber hat für einen Teil der Beschäftigten zusätzliche persönliche und maßnahmebezogene Voraussetzungen eingeführt:

  • Ausschluss der Förderung, wenn es sich um Weiterbildungen handelt, die nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz förderfähig sind (z.B. Meister, Techniker).
  • Beschäftigte mit Berufsabschluss können nur gefördert werden, wenn der Erwerb dieses Abschlusses in der Regel länger als vier Jahre zurückliegt.
  • Haben Beschäftigte in den letzten vier Jahren an Weiterbildungen teilgenommen, die nach § 82 SGB III ab dem 01.01.2019 gefördert wurden, kann eine Förderung nicht erfolgen.
  • Weiterbildungen können nur gefördert werden, wenn sie außerhalb des Betriebes bzw. von einem zugelassenen Träger im Betrieb durchgeführt werden und mehr als 160 Stunden dauern.

Diese zusätzlichen Voraussetzungen gelten nicht für geringqualifizierte Beschäftigte, die an Weiterbildungen teilnehmen, welche zu einem Berufsabschluss führen.

Einen anschaulichen Überblick können Sie der beigefügten Grafik entnehmen.

Bei Fragen zur finanziellen Unterstützung der Förderung der beruflichen Weiterbildung Ihrer Beschäftigten steht Ihnen der örtliche Arbeitgeberservice der Arbeitsagenturen - gebührenfrei unter der Rufnummer 0800 4 555520 oder persönlich bei einem Betriebsbesuch - zur Verfügung.

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