Ein Beruf im Wandel

Verfahrensmechaniker/in für Kunststoff und Kautschuktechnik unter digitaler Lupe

Dr. Erler, ACOD, moderiert die Diskussion im Kunststoff-Zentrum in Leipzig

 

Der Leiter des Kunststoff-Zentrums (KUZ), Dr. Peter Bloß, stellte zunächst die Forschungsarbeit und Schulungsaktivitäten seiner Institution vor. Er betonte, dass die Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter insbesondere für die Kunststoffverarbeitung unerlässlich sei. Er begründet dies mit den steigenden Anforderungen in der Praxis, unternehmensspezifischen Wünschen und dem steigenden Bedarf nach neuem Wissen. Die Ausbildung muss dabei so zeitgemäß wie möglich sein. Er plädierte für eine (VMKK) bis 2020. Im zweiten Impulsvortrag vertiefte Michael Weigelt - Sprecher der Geschäftsführung - vom GKV/TecPart Verband Technische Kunststoff-Produkte e.V. die Zusammenhänge: „Es werden so lange Kapazitäten in den Unternehmen fehlen, solange die Menschen fehlen!“ Obwohl es in der Branche volle Auftragsbücher und vielseitige berufliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten gäbe, leidet die Kunststoffbranche vor allem an einem Imageproblem. Berufe, wie bspw. der Koch/Köchin, erhalten im Fernsehen ganze Sendereihen. Dort wird ein positives Image des Berufs gezeigt. Die Kunststoffbranche hat so etwas leider nicht. Auch der Umgang einiger Länder bzgl. der schlechten Recyclingquote führt zu Imageproblemen, für welche die deutsche Kunststoffwirtschaft in der Wahrnehmung vieler junger Menschen mitverantwortlich gemacht wird. Erst wenn die Reputation steige, werden sich auch Arbeitskräfte finden. Hier sieht der Referent die gesamte Branche gefordert.

„Es geht nicht primär um Ingenieure, wir müssen gemeinsam Jugendlichen und Quereinsteigern zeigen, wie vielfältig und innovativ unsere Industrie ist.“ Den Bogen zur Digitalisierung und den Herausforderungen der Zukunft schlug Dr. Felix Erler vom Automotive Cluster Ostdeutschland GmbH

ACOD mit aktuellen Studienergebnissen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Dabei stellte er heraus, dass das Verständnis für Prozesse und Systeme für deutlich wichtiger eingeschätzt werden als Programmierkenntnisse. Er erläuterte im Zuge dessen beispielhaft das dynamische Verfahren zur Teilnovellierung der Metall- und Elektroberufe und die Integration des Schwerpunkts Digitalisierung in den Ausbildungsrahmenplan. Persönlichen und soziale Kompetenzen gewinnen in der betrieblichen Kommunikation an Bedeutung.

Die anschließende Diskussion festigte das Bild, das die gesamte Branche mit den gleichen Herausforderungen zu tun hat. „Die Lebenswelten der Jugendlichen sind längst digital,“ betonte eine Teilnehmerin, „nun müssen gemeinsame Wege der Ansprache gefunden werden.“ Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Unternehmen tauschten sich über konkrete Maßnahmen aus. Dabei kamen vor allem die anwesenden der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu Wort. „Wir haben nicht die Kapazitäten, um alle Kanäle, wie social media, Azubi-Messen, Schulkooperationen bis hin zu Unterricht in den Schulen gleichermaßen abzudecken. Eine klare Systematisierung der Ansprache ist für uns hilfreich.“

Welche Möglichkeiten zur Produktivitätssteigerung die Digitalisierung ermöglicht, war ein zentrales Thema im zweiten Teil des Workshops. Herr Roman Wolf, Key Account von N+P Informationssysteme GmbH betonte, dass die: Verarbeitung der „Maschinenrohdaten“ und insbesondere deren Visualisierung Transparenz und damit Mehrwerte für das Unternehmen schafft. Konkrete Beispiele der Einbindung von Augmented Reality bei der Maschinenbedienung -  in der computerbasierte Analyseoberflächen mittels Kameramodus auf Smartphones und Tablets in das reale Umfeld projiziert werden - waren dabei genauso Thema wie die Entwicklung von Prozessstrukturen.

Schlussfolgernd bleibt zu sagen, dass Daten und deren Nutzung insbesondere für kunststofftechnische Unternehmen relevanter werden. Dazu ist ein hohes Maß an Expertise nötig. Jedoch bleibt klar, die Lebenswelten der Jugendlichen sind längst digital. Daher bietet es sich an, diese explizit anzusprechen, bspw. durch moderne Wege wie Augmented Reality.

Weiterhin muss die Branche das Imageproblem lösen, damit die Wahrnehmung bei jungen Menschen und diesem attraktiven Beruf steigt.

 

 

Freigegebene Präsentationen:

Zurück