Workshop „Erfahrungsaustausch Azubimarketing – Mit systematischen Ansätzen zum Erfolg?“

Dokumentation der Veranstaltung bei der Saalfelder Werkzeugmaschinen GmbH (SAMAG)

Zu einem Erfahrungsaustausch zum Thema Azubimarketing trafen sich am 21. November 2017 sächsische und Thüringer Unternehmen bei der SAMAG Saalfelder Werkzeugmaschinen GmbH. Simone Stadermann, Personalleiterin der SAMAG Group, schilderte den Weg aus der „demographischen Falle“, welchen die SAMAG in den vergangenen Jahren durch Ausbildung bestritten hat. Auch zukünftig begegnet man den Herausforderungen, welche die jährliche Suche nach Azubis mit sich bringt, mit vielfältigen Azubimarketing-Aktivitäten. Allen voran schätzt Stadermann die praxisorientierte Zusammenarbeit mit der Saalfelder Sabel-Schule. Zudem setzt die SAMAG auf eine frühzeitige Bewerber­auswahl.

Das Projekt „Schülercollege“ der IHK Ostthüringen zu Gera richtet sich an Schüler/innen ab Klasse 8. Die in der Freizeit der Jugendlichen stattfindenden Projekttage überzeugen vor allem durch eine Praxisaufgabe, welche Kernelement der Unternehmensbesuche sind. Am Projekt sind etwa 80 Unternehmen aus der Region beteiligt.

Mario Franke, Geschäftsführer der Electrotechnical Solutions GmbH, betont die Bedeutsamkeit der Freiwilligkeit sowohl im Rahmen der Berufsorientierung als auch in der Ausbildung selbst. Haben sich die Jugendlichen aus freien Stücken für eine Ausbildung bei der Electrotechnical Solutions GmbH entschieden, gibt es kaum Probleme mit Ausbildungsabbrüchen, im Gegenteil: die Verbundenheit mit dem Unternehmen wächst. Das Unternehmen bildet bereits seit 1996 kontinuierlich aus. Einziges Versprechen, welches Franke seinen Azubis macht, ist ein über ein ERASMUS-Programm unterstütztes Auslandspraktikum. In den mehrwöchigen Auslandsaufenthalten eignen sich die Azubis wichtige fachliche, aber vor allem soziale Kompetenzen an, die im weiteren Berufsleben von großer Bedeutung sind. Sie kommen mit einem gestärkten Selbstbewusstsein zurück.

Entscheidendes Erfolgskriterium ist für Jan Swiderski von der Robert BOSCH Fahrzeugelektrik Eisenach GmbH die Qualität der Ausbildung an sich. Wichtige Elemente sind unter anderem ausbil­dungs­begleitende Seminare, eine lehrjah­res­übergreifende Ausbildung, ein umfas­sender Betriebsdurchlauf, die unterneh­men­seigene BPS Junior Factory etc. Auch Projektmanagement und ein komplexes Methodenwissen spielen eine große Rolle in der Ausbildung. Neben klassischen Aktivitäten des Azubimarketings, hebt Swiderski das Projekt „KITEC“ hervor. Hierbei handelt es sich um technische Projekttage an Kitas. Auch mit „Power4School“ - Azubis gehen in die Schulen, um über ihre Ausbildungsberufe zu informieren - und Kinowerbung geht die Robert BOSCH Fahrzeugelektrik Eisenach GmbH besondere Wege.

Dr. Felix Erler und Franziska Steiner präsentierten die ACOD Aktivitäten im Rahmen des JOBSTARTER plus Projektes „Kompetenzcluster Aus- und Weiterbildung“ vor. Der Fokus lag zum einen auf einer Systematisierung der zahlreichen Einzelaktivitäten. In einem unternehmensspezifischen Azubi­marketing-Jahresplan können diese auch mit den schulischen Berufsorientierungsaktivitäten synchro­nisiert werden. Zudem können auch konzeptionelle Überlegungen und Maßnahmen für Multiplikatoren am Übergang SCHULE-WIRTSCHAFT zeitlich mit verortet werden.

Weiterhin stand das Thema Techno­logieorientierung im Azubi­­marketing im Fokus. Dr. Erler widmete sich der Fragestellung, wie bereits heute live erlebbare Industrie 4.0-Themen der Ausbildung als Bestandteil für das Azubi­marketing übernom­men werden können.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Rundgang durch die SAMAG Saalfelder Werkzeug­maschinen GmbH.

 

Workshop in Action
Fotos: Vivian Santos Photography (www.viviansantos.de)

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