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Gemeinsam handeln und neue Wege gehen | Synergien aus den ACOD-Projekten als Benefit nutzen

Bild v.l.n.r. Gerd Rupp, Geschäftsführer, Porsche Leipzig GmbH; Dr. Beate Baron, Abteilungsleiterin Industriepolitik, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE); Petra Peterhänsel, Leiterin BMW Group Werk Leipzig & Vorstandsvorsitzende des ACOD e. V.; Dirk Panter, Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz; Colette Boos-John, Ministerin für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum des Landes Thüringen; Dr. Jens Katzek, Geschäftsführer des ACOD
18. ACOD Kongress mit wertvollen Impulsen
Dr. Jens Katzek, Geschäftsführer des ACOD
Gemeinsam handeln und Neues wagen – der 18. Jahreskongress des ACOD am 2. September in Leipzig hat uns vor Augen geführt, dass außergewöhnliche Situationen oft auch außergewöhnliche Ideen hervorbringen. Aber dazu später mehr.
Im Fokus der Veranstaltung standen neben der e-Mobilität, der Batterie- und Infrastrukturentwicklung sowie der Digitalisierung vor allem auch frische Ideen aus dem Start-up-Pitch. Die Diskussion zur Einbindung der Automobilwirtschaft in sicherheitsrelevante Technologien setzte besondere Impulse. Daraus können sich völlig neue Ansätze und Chancen für Innovation, Wertschöpfung und Beschäftigung ergeben.
Wichtige Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik – darunter Colette Boos-John, Thüringer Ministerin für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum, Dr. Beate Baron, Abteilungsleiterin Industriepolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, sowie Dirk Panter, Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz – betonten jeweils die zentrale Bedeutung unserer Branche für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Sie bezeichneten die Automobilindustrie gleichermaßen als Schlüsselindustrie und Garant für Beschäftigung und Know-how-Entwicklung.


Ein Höhepunkt auf dem ACOD Kongress war wiederum die Werkleiterrunde der OEMs, die deutlich machte, wie die Transformation in den Werken voranschreitet. Alle OEMs konnten neben den Auswirkungen der komplexen politischen bzw. geopolitischen Themen auch positive Signale geben. BMW Leipzig meldete zum Beispiel ein Produktionsplus von 18,3 % und startete mit der flexiblen Fertigung von vier Marken und drei Antriebsarten in die Modelloffensive der „Neuen Klasse“. Mercedes-Benz Ludwigsfelde baut den eSprinter aus, Opel Eisenach setzt auf die neue M-Plattform, Porsche Leipzig kombiniert Verbrenner, Hybrid und Elektro, Tesla Grünheide erreicht 500.000 Model Y mit 85 % lokalisierter Lieferkette und Volkswagen Sachsen stärkt mit dem ID.3 GTX sein Modelportfolio und setzt damit auf den wachsenden e-Auto-Markt.

Hervorheben will ich aber besonders die Start-up-Pitches, die mit Innovationskraft und mutigen Ansätzen überzeugten. „Außer der Reihe“ informierte Marco Weicholdt von der Boost Start-up Factory über das Ziel dieser neuen Initiative, Start-ups und bestehende Unternehmen enger zusammenzubringen.
Als Fazit gilt aus meiner Sicht: Der Umbruch ist weiterhin in vollem Gange. Ob die ostdeutsche Autoindustrie dabei noch mehr Tempo machen kann, hängt aber von politischen Rahmenbedingungen ebenso ab, wie von der Innovationskraft der Unternehmen selbst. Gemeinsam handeln und neue Wege gehen ist eine der maßgeblichen Erkenntnisse.
Deutlich wurde auch, dass Verbrenner wohl länger Teil des Portfolios bleiben und E-Fuels oder Range Extender als Brückenlösungen dienen können und auch werden. Gleichzeitig rückt die Lokalisierung von Lieferketten stärker in den Fokus, um Kosten zu senken und Abhängigkeiten zu verringern. Bei der Batterieforschung und Produktion kommt es insbesondere auf die dauerhafte Förderung der Vorhaben und Projekte bis zu deren vollständiger Umsetzung an. Die Förderinstrumente müssen hier zwingend angepasst werden. Die Batterie ist und bleibt der Know-how-Träger und Wettbewerbsvorteil der Zukunft. Herausforderungen bleiben in der Branche generell die hohen Energiekosten und geopolitischen Risiken. Entscheidend ist zudem, dass die Transformation nur mit frühzeitiger und aktiver Mitarbeiterbindung gelingen kann.
Positiv wurde konstatiert, dass endlich wieder Bewegung in den Markt kommt. Das zeigen aktuelle Zahlen. Nach einem Einbruch 2024 ziehen die Neuzulassungen von Elektroautos wieder an. So berichten beispielsweise Porsche, BMW und Volkswagen von wachsenden Anteilen elektrischer Modelle.
Von den knapp 1,9 Mio. Zulassungen zwischen Januar und August 2025 sind immerhin 527.000 Elektroautos – was einem Plus von 46 % entspricht. Besonders bemerkenswert ist, dass im gleichen Zeitraum die Zahl der vollelektrischen Autos ein Plus von 40 % aufweist. Bei Hybridfahrzeugen sind es sogar 60 %, auch wenn die absolute Zahl mit 190.000 kleiner ist, als die der vollelektrisch betriebenen Fahrzeuge.
Dennoch fordern wir weiterhin und vehement Kaufanreize für e-Fahrzeuge. Die Politik kann und muss Rahmenbedingungen schaffen, die dazu führen, dass es für Verbraucherinnen und Verbraucher wirklich attraktiv ist, Elektroautos zu kaufen. Zum Beispiel durch eine steuerliche Unterstützung beim Ladestrom, so wie wir es seit Jahrzehnten auch beim Diesel gemacht haben. Der Spaß an der Nutzung der e-Mobilität bei den Kunden braucht mehr denn je die ungeteilte Aufmerksamkeit aller Entscheider.

An dieser Stelle will ich gern noch einmal auf die Headline zurückkommen. Gemeinsam handeln und Synergien schöpfen sind wichtige Stichworte, die ich dazu nutzen will, um Ihnen die realen Benefits aus den vielfältigen Projekten des ACOD klarzumachen.
Im Bildungsverbund BatterieMD steht das Ökosystem Batterie in Mitteldeutschland im Mittelpunkt der Arbeit. Es ist ein Netzwerk zur Fachkräftesicherung in der Batteriewertschöpfungskette in Mitteldeutschland. Hier werden Module entwickelt, die in der Weiterbildung greifen und die Fachkräfteentwicklung aktiv unterstützen.
Künstlich und Menschlich Intelligent steht für ein Kompetenzzentrum für transformierte Arbeit in Westsachsen (K-M-I). Es unterstützt Unternehmen, die die Integration der KI nachhaltig und mitarbeiterbezogen verfolgen. Ein Muss für alle, die auch zukünftig ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten bzw. ausbauen wollen. Lokal entwickelt, werden die Erkenntnisse regional und überregional nutzbar gemacht.
Im Projekt MINT-AKTIV fokussieren wir uns auf die Förderung und Entwicklung junger Menschen. Für die Gewinnung von zukünftigen Azubis ist dieses Projekt besonders zu empfehlen.
Mobilität – Leipzig im Wandel (MoLeWa) ist ein lokal wirkendes Netzwerk, das seine Erkenntnisse und Aktivitäten lokal generiert. Es steht als Transformationsnetzwerk für die Zukunft der Fahrzeugindustrie in der Region Leipzig – wobei die Erfahrungen auch in anderen Regionen genutzt werden können.
Mit dem Transformations-HUB Wertschöpfungskette Batterie (TraWeBa) haben wir ein echtes Pfund in unserem Projektportfolio. Die Batterie ist der Know-how-Träger der Zukunft im Automobilbau. Auch der ACOD Kongress hat gezeigt, dass hier besonders viele Facetten zusammenfließen und direkt in unseren Unternehmen wirken.
Sie sehen, in unseren Projekten stecken vielfältige Benefits für Unternehmen und Forscher.
Ich appelliere daher auch heute und in diesem Newsletter dafür: Reden und handeln wir gemeinsam! Nutzen wir unsere Stärken und tauschen wir uns noch intensiver aus.
Dafür stehen insbesondere wir als ACOD und ich in meiner Person.
Ihr
Jens Katzek