Juni 2021

6. Sächsischer Tag der AUTOMATION - Online 06.07. / 13.07. / 20.07.2021

von Nadine Schenker

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ACOD Newsletter - Ausgabe 06.2021

von Nadine Schenker

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Das neue Lieferkettengesetz aus arbeitsrechtlicher Sicht

von Nadine Schenker

Am 27. Mai hat sich die Große Koalition auf Änderungen des Regierungsentwurfs für das Lieferkettengesetz geeinigt. Damit ist nun der Weg frei für eine Abstimmung und Verabschiedung des Gesetzes noch vor der Sommerpause. Wir stellen wichtige Regelungen des Gesetzentwurfs vor – mit besonderem Augenmerk auf arbeitsrechtliche Themen.

 

Inkrafttreten und betroffene Unternehmen

Falls das Lieferkettengesetz kommt, wird es planmäßig zum 1. Januar 2023 in Kraft treten.

Es gilt dann für deutsche Unternehmen mit mindestens 3.000 Arbeitnehmern*. Ab dem 1. Januar 2024 sinkt diese Schwelle auf 1.000 Arbeitnehmer. Nach den jüngsten Verhandlungen sollen außerdem ausländische Unternehmen erfasst sein, wenn sie eine inländische Zweigniederlassung mit 3.000 bzw. 1.000 Arbeitnehmern haben.

Maßgeblich für die Berechnung der Arbeitnehmerzahl ist jeweils die Anzahl der im Inland beschäftigten Arbeitnehmer des Unternehmens oder der Zweigniederlassung. Dazu zählen die ins Ausland entsandten Arbeitnehmer. Leiharbeitnehmer sind im Entleihunternehmen zu berücksichtigen, wenn die Einsatzdauer sechs Monate übersteigt. Bei der Berechnung der Arbeitnehmerzahl der Konzernobergesellschaft sind die im Inland beschäftigten Arbeitnehmer der anderen konzernangehörigen Gesellschaften hinzuzurechnen.

Mittelbar sind aber auch kleinere Unternehmen betroffen, weil die vom Gesetz erfassten Großunternehmen ihnen die Sorgfaltspflichten des Lieferkettengesetzes vertraglich auferlegen werden.

Unternehmerische Verantwortung für die Arbeitsbedingungen in den Lieferketten

Die Sorgfaltspflichten besagen im Kern, dass Unternehmen sich bemühen müssen, die Risiken für Menschenrechtsverletzungen und bestimmte Umweltschäden in ihren Lieferketten zu minimieren. Sie sind insbesondere verpflichtet, diese Risiken bei ihren unmittelbaren Zulieferern (den eigenen Vertragspartnern) regelmäßig zu analysieren – bei den mittelbaren Zulieferern hingegen nur dann, wenn Anlass dazu besteht.

Einen Schwerpunkt der Risikoanalyse bilden die Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern; sie sind auf die Einhaltung fairer Standards zu überprüfen. Konkret geht es etwa um Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit sowie die Gewährleistung gewerkschaftlicher Organisation. Sollten Unternehmen Verstöße feststellen, sind sie gesetzlich verpflichtet, gegenüber ihren Zulieferern Präventions- bzw. Abhilfemaßnahmen zu ergreifen.

Schulungsbedarf der Mitarbeiter wird steigen

Das Lieferkettengesetz wirkt sich in den Unternehmen vor allem in den Bereichen Compliance und Einkauf aus. Die Compliance-Verantwortlichen stehen jetzt vor der Aufgabe, die neuen Anforderungen durch konkrete Maßnahmen umzusetzen und, um den Aufwand gering zu halten, möglichst mit bereits bestehenden Compliance-Strukturen im Unternehmen zu verknüpfen, etwa mit der Prüfung von Geschäftspartnern und der Geldwäsche- und Korruptionsprävention. Beteiligen müssen sich daran insbesondere die Mitarbeiter im Einkauf, denn sie stehen in unmittelbarem Kontakt mit Zulieferern und wissen daher am besten, wo genau hingeschaut werden muss.

Dabei ist es unerlässlich, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter in diesen Prozess einbinden, für den gesamten Bereich Corporate Social Responsibility sensibilisieren und im Rahmen von Schulungen konkrete Umsetzungsmaßnahmen an die Hand geben.

Das Lieferkettengesetz hat Auswirkungen auf die Unternehmenskultur und die Außendarstellung

Darüber hinaus wird das Lieferkettengesetz aber auch die gesamte Unternehmenskultur nachhaltig beeinflussen. In vielen Unternehmen nehmen Themen wie Nachhaltigkeit und Diversity schon heute einen hohen Stellenwert ein und prägen das unternehmerische Selbstverständnis. Mit dem Lieferkettengesetz rücken nun hoch brisante Fragen wie faire Arbeitsbedingungen, die Einhaltung von Menschenrechten und der Schutz der Umwelt in den Fokus.

Auch für Verbraucher, Geschäftskunden und Investoren spielen nachhaltiges Wirtschaften und soziale Verantwortung eine immer größere Rolle. Daher ist die Einhaltung der neuen Sorgfaltspflichten nicht nur aus rechtlichen Gründen zu empfehlen, sondern auch zur Stärkung und Erhaltung der eigenen Reputation. So betrachtet ist das Lieferkettengesetz eine Chance, sich einen Wettbewerbsvorteil zu erarbeiten.

Betätigungsfeld für Gewerkschaften

Der Entwurf des Lieferkettengesetzes sieht vor, dass eine Gewerkschaft oder eine Nichtregierungsorganisation (NGO) den Schadensersatzprozess gegen ein Unternehmen führen kann, wenn beispielsweise der Arbeitnehmer eines Zulieferers durch eine Menschenrechtsverletzung einen Gesundheitsschaden erlitten hat und die Gewerkschaft oder NGO entsprechend ermächtigt hat. Die Gewerkschaft oder NGO kann dann gerichtlich im eigenen Namen die Ansprüche des Betroffenen geltend machen. Es handelt sich dabei um eine besondere Form der sogenannten Prozessstandschaft. Die Vorschrift soll den Betroffenen helfen, die Durchsetzung ihrer Rechte zu erleichtern. Zugleich bietet sie den Gewerkschaften und NGOs die Chance, das Interesse der Medien auf sich und die eigenen Ziele zu lenken. Allerdings wird das deutsche Lieferkettengesetz nach aktuellem Stand eine zivilrechtliche Haftung für die Nichtbeachtung der Sorgfaltspflichten ausdrücklich ausschließen. Damit kommt eine Prozessführung durch Gewerkschaften oder NGOs vorerst nur in Frage, wenn der Betroffene Ansprüche geltend macht, die auf andere Rechtsgrundlagen als das Lieferkettengesetz gestützt sind, insbesondere auf ausländisches Recht. Das wird sich ändern, sobald die geplante EU-Richtlinie umgesetzt ist (siehe unten)

Darüber hinaus wird das Lieferkettengesetz den Aktivitäten der Gewerkschaften im Zusammenhang mit Supply Chain Compliance zusätzlichen Auftrieb geben. Schon vor dem Gesetzgebungsverfahren hatten sich Arbeitnehmervertretungen gemeinsam mit weiteren Interessenverbänden für eine umfassende Regulierung der unternehmerischen Verantwortung entlang globaler Lieferketten stark gemacht. Die Themen Menschenrechte, faire Arbeitsbedingungen, Gesundheits- und Umweltstandards stehen bei vielen Gewerkschaften derzeit also ganz oben auf der Agenda. Einige haben bereits angekündigt, sich weiter in diesem Bereich zu engagieren und insbesondere in den Betrieben auf die Einhaltung der gesetzlichen Sorgfaltspflichten zu drängen.

Sorgfaltspflichten auch Bestandteil der Mitbestimmung

Dem Vernehmen nach haben sich die Koalitionsfraktionen im Zusammenhang mit dem Lieferkettengesetz auch auf eine Änderung im Betriebsverfassungsrecht verständigt: In Zukunft sollen auch die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten zu den wirtschaftlichen Angelegenheiten im Zuständigkeitsbereich des Wirtschaftsausschusses gehören. Zum Hintergrund: Ein Wirtschaftsausschuss ist in Unternehmen mit in der Regel mehr als 100 ständig beschäftigten Arbeitnehmern zu bilden. Er hat die Aufgabe, wirtschaftliche Angelegenheiten mit dem Unternehmer zu beraten und den Betriebsrat zu informieren (§ 106 BetrVG).

Geplante EU-Richtlinie geht erheblich weiter

Auch auf europäischer Ebene sollen unternehmerische Sorgfaltspflichten in Lieferketten eingeführt werden. Der vom Europäischen Parlament vorgelegte Entwurf einer Richtlinie geht erheblich weiter als das deutsche Lieferkettengesetz. Beispielsweise wird die EU-Richtlinie nach aktuellem Stand auch für bestimmte kleine und mittelgroße Unternehmen und auch für ausländische Unternehmen gelten, wenn sie auf dem Binnenmarkt tätig sind. Die Sorgfaltspflichten werden sich zusätzlich insbesondere auf Korruptionsrisiken erstrecken. Im Gegensatz zum ausdrücklichen Haftungsausschluss nach dem deutschen Lieferkettengesetz (siehe oben), sieht die Richtlinie eine unbegrenzte zivilrechtliche Haftung für die Nichtbeachtung der Sorgfaltspflichten vor. Dabei wird das Verschulden vermutet, d.h. das beklagte Unternehmen trägt die Beweislast dafür, dass es im konkreten Fall seinen Sorgfaltspflichten nachgekommen ist. Der deutsche Gesetzgeber muss daher die Regeln des Lieferkettengesetzes mittelfristig womöglich nachschärfen.

 

*Gemeint sind Arbeitnehmer jeder Geschlechtsidentität. Lediglich der leichteren Lesbarkeit halber wird künftig bei allen Bezeichnungen nur noch die grammatikalisch männliche Form verwendet.

 

 

Dr. Anja Schöder, LL.M.
Rechtsanwältin

Dr. Christoph Schröder
Rechtsanwalt

 

 

 

Link zur Homepage: cms.law

 


3D-Sensor ersetzt gleich mehrere Sensoren bei der Positionskontrolle

von Nadine Schenker

von Dipl.-Ing. Andreas Biniasch, ifm electronic

Beim Automobilhersteller Opel in Rüsselsheim setzt man auf innovative Technik in der Produktion. An einem Schweißroboter werden verschiedene gestanzte und tiefgezogene Bleche zu einem tragenden Karosserieelement verschweißt. Dabei überwacht eine 3D-Kamera die Anwesenheit und Fixierung der Blechteile.

Von Hand legt der Werker verschiedene vorbereitete Blechteile übereinander in eine Vorrichtung, damit sie anschließend von einem Schweißroboter an mehreren Punkten miteinander zu einer Einheit verschweißt werden können. Zur Fixierung der Blechteile dienen sogenannte Kniehebelspanner. Das sind L-förmige Hebel, welche herunterklappen und die Bleche von oben in der Vorrichtung fixieren.

Normalerweise sind an dieser Stelle dutzende Sensoren installiert, die sowohl die richtige Position der Spanner überwachen als auch das eigentliche Vorhandensein der Werkstücke. Denn nur, wenn das Bauteil als „vorhanden“ erkannt und zugleich alle Spanner als „geschlossen“ gemeldet wurden, würde die Steuerung den Schweißprozess freigeben.

Diese komplexe Positionsabfrage wollte Opel optimieren und effizienter gestalten. Die Idee: Der ifm-3D-Sensor O3D schaut von oben auf die Szenerie. Dazu Claus Moog, Supervisor Operation Planning, Electric & Commissioning im Vorrichtungs- und Anlagenbau (V&A) bei Opel in Rüsselsheim: „2017 haben wir überlegt, wie wir unsere Werkzeuge kostengünstiger und effizienter gestalten können. Zunächst haben wir mit Marktanalysen verschiedenster Vision-Sensoren begonnen und sind letztendlich auf die Firma ifm gekommen. Mit deren O3D-Sensor können wir die konventionelle Sensorik ersetzen und Positionen visuell abfragen.“

Der O3D-Sensor

Der ifm-Vision-Sensor O3D302 ist eine 3D-Kamera mit integrierter Bildauswertung. Die Auflösung des PMD-Bildsensors beträgt 176 mal 132 Bildpunkte. Zu jedem einzelnen der 23.232 Bildpunkte liefert der Sensor einen präzisen Abstandswert – bis zu 25 Mal in der Sekunde. Im Gegensatz zu Laserscannern kommt der ifm-3D-Sensor ohne bewegliche Teile aus. Das macht ihn besonders robust, klein, leicht und kostengünstig.

Dadurch, dass die Auswertung des 3D-Bildes im Sensor erfolgt, ist eine externe Bildauswertung nicht erforderlich. Über definierbare Positionen im Kamerabild (sogenannte ROIs, Region Of Interest) wird in dieser Applikation der Abstand von den Spannhebeln zum Sensor ausgewertet. Die integrierte Auswertung erkennt, ob die Spannhebel „offen“ oder „geschlossen“ ist. Die Ergebnisse werden über die integrierte Ethernet-Schnittstelle per TCP/IP, PROFINET IO oder EtherNet/IP an die Steuerung weitergeleitet. Ebenso kann auch das Kamera-Livebild ausgegeben werden. Mit der Software „Vision Assistent“ kann der Anwender den Sensor leicht parametrieren, zum Beispiel die ROIs festlegen oder die Ausgangsfunktion parametrieren. Diese Software ist sowohl für Windows-PCs als auch für iPads erhältlich.

Von oben draufgeschaut

Über der Schweißanlage sind zwei dieser Sensoren verbaut, einer im Einlegebereich (Bauteil beladen) der andere im eigentlichen Schweißbereich. Beide schauen von oben auf die in der Montagevorrichtung zu verschweißenden Bleche und deren Spannelemente.

Der 3D-Sensor überwacht von oben mehrere Positionen gleichzeitig.

Fabian Gulla, Applikationsingenieur für Bildverarbeitung und Robotik im Bereich Anlagenbau bei Opel, erklärt die Funktion der Sensoren:

„Wir setzen den Sensor zur Abstandsmessung ein. Dabei haben wir verschiedene ‚Regions of Interest‘ definiert, die wir abfragen. Zum einen sind das die Spanner und deren Endlagen, zum anderen sind das die Bauteile an sich, von denen festgestellt werden muss, ob sie vorhanden sind oder nicht.

Das könnte man natürlich auch mit mehreren eindimensionalen optischen Sensoren abfragen, wenn man auf jeden Bereich einen Sensor ausrichtet. Der O3D hat den Vorteil, dass man nur einen Sensor benötigt und dann mehrere ROIs softwaretechnisch beliebig anordnen kann. Wir haben die ROIs auf die Endlagen der Spanner als auch auf die Werkstücke ausgerichtet und fragen dann über die Abstandsmessung einfach nur ab: ‚Ist ein Bauteil vorhanden?‘ oder ‚Hat der Spanner die Endlage erreicht?‘ “

Kostenersparnis

Statt vieler Sensoren übernimmt nun ein einzelner 3D-Sensor die Positionsabfrage an gleichzeitig mehrere Stellen in der Vorrichtung. Mit dem Vision-Sensor O3D lassen sich an dieser Anlage etwa 80 Prozent der konventionellen Sensorik ersetzen.

Claus Moog: „An dem Werkzeug wären normalerweise 30 bis 40 Sensoren verbaut. Jetzt benötigen wir nur noch 10 Sensoren für Aktoren, die verdeckt verbaut sind und die der Vision-Sensor deshalb nicht erkennen kann. Das heißt, wir konnten einen Großteil der Sensoren ersetzen. Damit haben wir hier eine Kosteneinsparung von etwa 20 bis 30 % erzielen können. Zudem haben wir noch einen Vergleich angestellt, was konventionelle Sensorik an Strom verbraucht und was der O3D an Strom verbraucht. Auch hier ergeben sich spürbare Kosteneinsparungen.“ Weitere erhebliche Einsparpotenziale ergeben sich durch die Ersparnis des Zeitaufwands bei der Verkabelung, Montagezubehör und E/A-Punkten an der Steuerung.

Visualisierung

Für Transparenz im Prozess hat Opel an der Anlage einen Bildschirm zur Visualisierung montiert. Neben einer grafischen Prozessdarstellung erlaubt es der O3D auch, ein Livebild auszugeben.

Fabian Gulla erklärt: „In der normalen Darstellung zeigt der Monitor dem Werker an, welche Bauteile einzulegen sind und ob die Bauteile im Werkzeug korrekt platziert sind. Das ist aktuell eine Grafik, die von einem Programmierer gestaltet und animiert werden muss. Diese Grafik setzt sich aus verschiedenen Bildern zusammen. Dort sind verschiedene Marker eingefügt, die dem Werker zeigen, was noch an Bauteilen fehlt und was er noch einlegen muss.

Der Vorteil den wir jetzt mit dem Livebild vom ifm-Sensor haben ist, dass wir den Spannern und Bauteilen Endlagen zugewiesen haben, die im Bild visualisiert dargestellt werden. Über einen Rot-Grün Farbwechsel wird dem Werker direkt symbolisiert, ob das Werkstück eingelegt ist und ob der Spanner geöffnet oder geschlossen ist.

Dies ist kein Mehraufwand in der Programmierung, weil die Parametrierung des Sensors ohnehin erfolgen muss und das Livebild so aus dem Sensor ausgegeben wird.“

Platzersparnis

Dadurch, dass statt mehrerer Sensoren nun nur noch ein Sensor für mehrere Positionsabfragen benötigt wird und dieser zudem hoch über der Anlage platziert ist, ergeben sich Vorteile bei der Konstruktion der Anlage.

Claus Moog: „Durch den Einsatz des O3D-Sensors ergeben sich für uns ganz neue Möglichkeiten, zum Beispiel, dass wir mehr Bauraum haben und mehr Raum für die Schweißzangen-Zugänglichkeit. Außerdem können wir die Störanfälligkeit von konventioneller Sensorik eliminieren. Weil der Sensor hoch über dem Schweißbereich montiert ist, kann er nicht von Schweißspritzern erreicht und über die Zeit beschädigt werden, wie das bei herkömmlichen Sensoren vorkommen kann, die in der Nähe der Schweißzangen montiert sind.“

Aussichten

Die Erfahrungen, die man bei Opel in dieser Pilotanlage gesammelt hat, sind durchweg positiv. Das wird einen Einfluss auf zukünftige Entwicklungen im Anlagenbau haben.

Dazu Claus Moog: „Wir glauben, dass der Einsatz von Vision-Sensoren sich in Zukunft durchsetzen wird, weil wir mit Vision-Sensoren künstliche Intelligenz schaffen können, die heute so noch nicht möglich ist.“

Fabian Gulla ergänzt: „Im Bereich Kameras werden wir noch enorme Fortschritte erzielen können. Beispielsweise Roboter-Greifer und -Sauger lassen sich mit Kameras deutlich flexibler aber auch deutlich intelligenter machen. Aber das betrifft nicht nur das Thema Kamera, sondern zum Beispiel auch Technologien wie IO-Link, künstliche Intelligenz, Deep Learning, oder Machine Learning. Es wird auf jeden Fall viel Neues kommen. Es ist immer eine Frage der Abwägung: Was macht Sinn, was passt in das angestrebte Preis-Leistungs-Segment und: Entsteht am Ende des Tages ein Mehrwert für das Unternehmen oder für die Applikation?“

Die Einführung des Vision-Sensors O3D erfolgte in enger Zusammenarbeit mit den Entwicklern des Vision-Sensors. Dazu Fabian Gulla: „Die Kooperation mit ifm ist sehr gut. Wir hatten mehrere Meetings direkt mit der Entwicklung. Daraus konnten wir sehr wichtige Erkenntnisse ziehen, zum Beispiel ‚wie arbeitet der Sensor?‘, ‚was gilt es zu beachten?‘, ‚welche Flächen muss mein Spanner vorweisen, damit er zuverlässig erkannt wird?‘ “.

Fazit

Weniger Sensoren, einfachere Anlagenkonstruktion, keine Störungen durch Schweißspritzer – der Vision-Sensor als Überwachungssystem bringt zahllose Vorteile und reduziert die Anlagenkosten spürbar. Auch andere Produktionsanlagen lassen sich mit dem Vision-Sensor ausstatten und optimieren. Der O3D ist sogar eine langfristige Lösung, da er nach einem Werkzeugwechsel für andere Fahrzeugteile oder andere Fahrzeugmodelle beibehalten werden kann und einfach nur per Parametrierung auf die neue Situation abgestimmt werden muss. Damit leistet die 3D-Kamera einen spürbaren Beitrag, die Produktionskosten deutlich zu senken.

Schweißanlage im Bereich Karosseriebau.

 

Weitere Informationen finden Sie hier.

www.ifm.com/de

 


Holz in der Intralogistik – Tradition trifft Innovation

von Nadine Schenker

Der Ruf nach mehr Nachhaltigkeit und der Verbesserung des CO2-Footprints hallt immer lauter durch die deutschen Produktionshallen. Der Markt ist voller Ideen und Konzepte – allerdings fehlt es vielen an einer Ausgewogenheit unter ökologischen, ökonomischen und technischen Gesichtspunkten. Die Lösung ist simpel: die Verwendung des traditionellen Werkstoffs Holz!

Leichte nachhaltige Transportwagen aus Holzwerkstoffen steigern die Produktivität.

In regelmäßigen Abständen verlassen Transporter mit innovativem Inhalt die Produktionshalle der ligenium GmbH. Das Start-Up aus Chemnitz - welches für 6 Monate im „Future Mobility Incubator“ von Volkswagen in Dresden war - verhilft mit seinen Ladungsträgern aus modernen Holzwerkstoffen großen Automobilherstellern dabei nachhaltiger zu werden, Kosten zu reduzieren und gleichzeitig produktiver zu werden. Hierbei spielt die Verwendung des nachwachsenden Rohstoffs als auch dessen Dimensionierung eine zentrale Rolle. In enger Zusammenarbeit mit seinen Kunden entwickelt das Unternehmen, unter Berücksichtigung der Anforderungen und der zu transportierenden Bauteile, den passgenauen Ladungsträger.

Mittlerweile ist daraus ein umfangreiches Produktportfolio aus Transportwagen zum inner-/außerbetrieblichen Transport, Sonder- und Großladungsträgern als auch Kleinladungsträgern entstanden.

Jedes dieser Produkte bringt eine Reihe natürlicher Vorteile mit sich. Der Einsatz von Holzwerkstoffen zeigt sich auf den ersten Blick vor allem beim Gewicht. Mit bis zu 50 % Gewichtseinsparung gegenüber vergleichbarer Stahlanwendungen, ist der Ladungsträger in Holzbauweise ein Leichtgewicht – und das bei gleicher Belastbarkeit! Das spart wiederum Transport- und Wartungskosten. Das eingesparte Tara-Gewicht lässt sich mit mehr Transportgut aufstocken oder schont den Energieverbrauch von FTS. Nicht ganz so offensichtlich sind noch weitere natürliche Vorteile von Holz. Mit seiner elektromagnetischen Verträglichkeit stört es keine Funksignale und ermöglicht so die permanente Überwachung der Supply Chain. Und auch der schonende Transport von elektrisch sensiblen Bauteilen stellt kein Problem dar, denn Holz ist von Natur aus ein thermischer und elektrischer Isolator.

 

Jahrelange Forschungstätigkeit auf dem Gebiet der Anwendung von erneuerbaren Werkstoffen im Maschinenbau bilden die Grundlage des Unternehmens. Daraus hervorgegangen ist die einzigartige Verbindungstechnik der ligenium-Produkte. Gegenüber herkömmlichen Ladungsträgern aus Stahl haben sie einen großen Vorteil: sie sind modular einsetzbar! Wie eine Art „Legobaukasten“ lässt sich beispielsweise ein Transportwagen an neue Aufgaben anpassen und das ohne einen weiteren anzuschaffen. Die Lösung ist denkbar einfach: Es wird nur der Aufbau des Wagens getauscht, das Grundmodul bleibt erhalten. Die beiden Module sind mittels eines Stecksystems verbunden und lassen sich ohne großen zeitlichen Aufwand oder Werkzeug voneinander trennen. Diese Modularität lässt den Anwender flexibel auf Bauteilwechsel reagieren und senkt zudem Investitions- als auch Wartungskosten. Wo in der Regel zwei verschiedene Transportwagen benötigt wurden, genügt nun einer. Die Aufbauten lassen sich zudem platzsparend verstauen.
Das Stecksystem sorgt nicht nur für Modularität, sondern auch, wie bereits erwähnt, für die Einsparung von Wartungskosten. Ein Defekt hat nicht zur Folge, dass ein kompletter Ladungsträger ausgetauscht werden muss. Das defekte Teil kann schnell und somit kostengünstig ersetzt werden.

Die ligenium GmbH macht den traditionellen Werkstoff Holz wieder salonfähig und beweist auf beeindruckende Art und Weise, dass man so auf keinem Fall auf dem Holzweg ist.  

ligenium ist eine Herleitung aus dem lateinischen Wort für Holz Lignum und Ingenium für geistreiche Erfindung.
Dank Stecksystem: Modularität und ein optimierter Füllgrad zeichnen ligenium-Produkte aus.