Interaktives Azubimarketing

von Nadine Schenker

Langfristige Schulkooperationen als Schlüssel für erfolgreiches Recruiting

Der Wettstreit um die besten Köpfe macht es zunehmend erforderlich, Kinder und Jugendliche frühzeitig direkt und persönlich über die angebotenen Ausbildungsberufe und den eigenen Ausbildungsbetrieb zu informieren, mit dem Ziel, ihr Interesse zu wecken und sie für eine Ausbildung im eigenen Unternehmen zu gewinnen. Dabei spielt der Aufbau und die regelmäßige Pflege von regionalen Schulkooperationen eine entscheidende Rolle. Bereits ab Klasse 7 beginnt in den Schulen ein systematischer Berufsorientierungsprozess, der viele Anknüpfungspunkte für eine konstruktive und nachhaltige Zusammenarbeit mit Unternehmen bietet.

Die aktive Mitgestaltung von Unterrichtseinheiten in den Fachbereichen Physik, Chemie oder Informatik ist - neben klassischen Formen der Zusammenarbeit wie Betriebserkundungen, Vergabe von Schülerpraktika und Ferienjobs - ein hervorragendes Mittel, um den Schülerinnen und Schülern die Anforderungen der Arbeitswelt näherzubringen. Anschauliche Informationen, Aktionen zum Anfassen und Mitmachen unterstützen dabei, den Ausbildungsberuf erfahrbar und den Ausbildungsbetrieb erlebbar zu machen. Technologierorientierte Experimentierkoffer, Lernbausätze oder unternehmenseigene „Exponate“ sind dafür geeignete Hilfsmittel.

Denkbar ist aber auch eine ganze Reihe weiterer Kooperationsformen, durch die Unternehmen in erheblichem Maße profitieren können – und zwar:

  • Lernpatenschaften und Mentoring zur aktiven Unterstützung bei der Berufsorientierung,
  • Unterstützung von Schülerfirmen und Projektgruppen, die sich mit der Bearbeitung technologieorientierter Themen befassen,
  • Teilnahme an Wettbewerben wie beispielsweise „Jugend forscht“ oder der Physik-Olympiade,
  • Facharbeiten,
  • Plan- und Simulationsspiele.

Zudem nutzen viele Schulen den „Berufswahlpass“ als Orientierungshilfe und Systemgeber. Er kann als Bindeglied zwischen schulischen und außerschulischen Lernorten gesehen werden. Ein, über die Schuljahre hinweg, gut geführter Berufswahlpass kann für Ausbildungsbetriebe beim Bewerber-Auswahlprozess durchaus eine wertvolle Hilfe sein.

Die Unternehmensgröße ist für eine langfristige Zusammenarbeit mit einer oder mehreren Schulen nicht entscheidend. In den Schulen bietet sich normalerweise genügend Gestaltungsspielraum, um insbesondere auch auf spezielle Anforderungen und besondere Bedingungen kleiner und mittelständischer Unternehmen eingehen zu können. An jeder Schule gibt es eine Lehrkraft, die federführend für das Thema Berufsorientierung verantwortlich ist. Diese bündelt und organisiert die schulischen Berufsorientierungsmaßnahmen. Eine erste Kontaktaufnahme, beispielsweise im Rahmen des „Tags der offenen Tür“ der Schule bietet sich an, um im Vorfeld in den Dialog über Kooperationsmöglichkeiten zu treten und gleichzeitig den konkreten Nutzen für die Schule aufzuzeigen.

Um Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen professionell zu gestalten und erfolgreich zusammenzuarbeiten, empfiehlt es sich zugunsten von Sicherheit und Transparenz, die Zusammenarbeit in einem Kooperationsvertrag formal zu begründen. In dieser Vereinbarung lassen sich konkrete Inhalte der Zusammenarbeit bzw. geplante gemeinsame Aktivitäten, Zuständigkeiten, einzusetzende Ressourcen und vereinbarte Ziele festhalten.

Neben der Hauptzielgruppe Schüler erreichen Unternehmen an den Schulen gleichzeitig weitere wichtige Multiplikatoren, die ebenfalls als Partner am Übergang Schule-Wirtschaft agieren und in die Azubimarketing-Überlegungen einbezogen werden sollten: Lehrer/innen, Eltern, Berufsberater/innen der Agentur für Arbeit, Berufseinstiegsbegleiter/innen.

Eine langfristige, systematische Zusammenarbeit mit Schulen ist also der Schlüssel für die Professionalisierung des unternehmerischen Recruitings von Azubis. Denn die Schule ist der Ort, an dem die meisten Schülerinnen und Schüler zusammen erreicht werden können. Ein frühzeitiges Interaktionsmanagement mit der Zielgruppe, d.h. abgestimmte, aufeinander aufbauende Aktivitäten mit den einzelnen Jahrgängen, führt zu mehr Recruitingerfolg. Dabei eigenen sich nicht nur allgemeinbildende Schulen für eine Zusammenarbeit. Auch die Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums an den Berufsbildenden Schulen und der Berufsvorbereitungsklassen BVJ und BGJ stellen eine potenzielle Bewerbergruppe für das Unternehmen dar.

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Weitere Informationen erfragen Sie bitte bei Franziska Steiner, die einen umfassenden Maßnahmenkatalog mit vielfältigen Azubimarketing-Optionen für Unternehmen erarbeitet hat.

Franziska Steiner
Projektkoordinatorin Ausbildungsmarketing

Tel.: +49 341 355 829 97
E-Mail: franziska.steiner@acod.de

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